Vorgeschichte |
| ca. 1982 In diesem Jahr begann ich mich näher mit dem Thema Bier zu beschäftigen. Mit meinem Freund und Arbeitskollegen Gerhard mache ich so manches Wirtshaus unsicher, immer auf der Suche nach Bierspezialitäten. In diesem Jahr kommt mir auch der Gedanke, es einmal "selbst zu versuchen", sprich selber Bier zu brauen. Also losgezogen, ein schlaues Buch gekauft und........... Ja, weiter bin ich damals nicht gekommen. Rückblickend kann ich nicht mehr genau sagen, woran es gelegen ist, aber wahrscheinlich waren wieder mal die Frauen schuld :-) |
| Jänner 2000 Nach 20 Jahren der Turbolenzen und einer Scheidung glaube ich endlich die richtige Frau für´s Leben gefunden zu haben. Nach reichlicher Überlegung (ein gebranntes Kind....) beschließen wir, zusammen zu ziehen. Aus beruflichen Gründen kann meine Freundin nicht von ihrem Wohnort nach Wels (meiner Heimatstadt) übersiedeln, und so mieten wir uns vorübergehend eine kleine Wohnung in Kirchdorf. Das dies keine längerfristige Lösung sein kann ist uns beiden bewußt, aber so haben wir wenigstens genug Zeit und auch den notwendigen Ansporn uns auf die Suche nach einem Haus/Häuschen oder ähnliches zu machen. |
| Jänner 2002 Endlich - wir haben es gefunden. Ein kleines, schmuckes Häuschen am Stadtrande von Kirchdorf, und doch nur 5 Gehminuten vom Zentrum entfernt. Es gibt zwar einiges zu Renovieren, aber was ist denn das schon gegen ein eigenes Häuschen mit Garten mitten im Grünen? Und endlich genug Platz für alle meine Sachen, Bücher, und und und..., alles was ich noch in Wels eingelagert habe! Auch meine Lebensgefährtin ist vollauf begeistert, und so beginnen wir nun uns neu einzurichten. |
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Gegenwart |
| Mai 2002 Über das Internet suche ich mir noch alle Infos über diverse Hobby- und Heimbrauseiten zusammen. Das gab´s vor 20 Jahren noch nicht. Bei einer Wiener Firma dann die notwendigsten Utensilien bestellt, Hopfen, Malz, die Küche nach zweckdienlichen Geräten durchsucht und ab in die Holzhütte vor meinem Haus, welche mir fortan als Sudhaus dienen soll. |
| Mai 2002 - Mein erster Sud So mitte Mai gings dann richtig los - der erste Sud! Zuerst nochmals alles kontrolliert, alles da, gut, dann kanns ja losgehen. Von einem Bekannten bekomme ich noch schnell einen "Glühweintopf" mit ca. 30 Liter Inhalt und 1,8 KW Heizleistung geschenkt. Naja, dann kann ja gar nichts mehr schiefgehen. 20 Liter Wasser auf 53 Grad C bringen, dann Malz dazu, aufheizen, ganz nach meinen schlauen Büchlein gemacht. Aber halt - was soll das? Ich hab doch die Heizung bei 63 Grad C abgedreht, wieso heizt denn das noch immer weiter ? Bin jetzt schon bei 73 Grad C, Panik bricht aus! Schnell kaltes Wasser dazugeschüttet, aber jetzt bin ich wieder nur bei 49 Grad C ?? Mehr schlecht als recht bring ich die drei Rastzeiten hin, und dann geht´s zum Abläutern. Stuhl umgedreht, Windeln drauf, Eimer untergestellt, Würze in die Windeln geschüttet - peng - die Windel löst sich vom Stuhlbein. Also nochmals von vorne, diesmal Windel fester ans Stuhlbein gebunden. 20 Liter Nachguss auf Temperatur bringen und nochmals drübergeschüttet. Und wieso rinnt das ganze jetzt so langsam durch? Aber auch das ist nach zweieinhalb Stunden geschafft. Jetzt kann doch nichts mehr schief gehen! Die klare Würze wieder zurück in den Glühweintopf, und voll aufgedreht zum Kochen. Dachte ich zumindest, denn bei 85 Grad C geht nichts mehr weiter. So, und jetzt? Schnell zu meiner Lebensgefährtin in den Kindergarten gefahren, die haben doch irgendwo so eine Kochplatte rumliegen. Wieder zurück, alles vom Glühweintopf in einen großen Kochtopf umgeschüttet, Heizplatte auf volle Leistung und endlich fängt´s auch an zu kochen. Sprudelnd kochen soll es, und das 90 Minuten lang, na gut. Mit Interesse verfolge ich den immer mehr absinkenden Würzespiegel im Kochtopf. So ca. 25 - 30 Liter fertiges Bier war geplant, und das sehe ich mit jeder Minute mehr verdampfen. Endlich - nach 90 Minuten Kochende! In der Zwischenzeit ist auch meine Lebensgefährtin von der Arbeit zurück und will einkaufen fahren. Hab ich ihr doch versprochen, stimmt, ja. Aber bis dorthin wollte ich doch mit meinem Bier fertig sein. Gut, hilft nichts, versprochen ist versprochen. Ich lasse alles liegen und stehen, kann doch nichts mehr passieren, jetzt da das Bier schon fertig gekocht ist! Nach eineinhalb Stunden wieder zurück vom Einkauf, Bier ist nur noch lauwarm, aber jetzt auf zum Hopfenseien! Stuhl - Windeln - dasselbe Abenteuer von vorne. Aber auch das ist endlich geschafft, ab in den Gärbottich und obergärige Hefe dazu. Einen Tag später, 6 Uhr morgens: Das Bier gärt, denn man sieht den Schaum. Aber von wild kräuselnden Schaumbergen ist nichts zu sehen. Auch nicht am nächsten Tag. Und am übernächsten auch nicht. Eine ganze Woche lang nicht. Und jetzt ist das bisschen Schaum auch noch weg. Ich beschließe, die Speise dazuzugeben und in Flaschen abzufüllen. Natürlich, mit Kronkorken verschlossen. Gleich vorweggenommen: Flasche hat es keine zerrissen! Nach ca. 3 Wochen Nachgärung wollte ich´s dann doch genau wissen - ich öffne die erste Flasche selbstgebrautes Bier. Naja, schmeckt schon irgendwie komisch und so gar nicht nach Bier. Vielleicht noch eine Woche zuwarten? Je länger ich warte umso "komischer" schmeckt das Bier, und irgendwann muss ich Farbe bekennen, denn meine Lebensgefährtin drängt schon auf die Verkostung. Schließlich nehme all meinen Mut zusammen, öffne eine Flasche Selbstgebrautes und schenke es ihr in ein Glas ein. Ja, die Farbe ist in Ordnung, die Schaumkrone auch. Noch ist sie vollen Lobes, aber ich sehe schon das Unheil kommen. Voller Genuss setzt sie das Glas an die Lippen und nimmt den ersten Schluck. Plötzlich - ein verzogenes Gesicht, und nur ein Wort: ESSIG ! Der geneigte Leser mag erahnen, was passiert ist. Irgendwo und irgendwie haben sich da ein paar schlimme Essigbakterien in mein Bier eingenistet. Eine befreundetes Ehepaar ist auch bei uns auf Besuch, sie heißt Anita und kommt aus Peru. Die muss natürlich auch gleich kosten - diese Schande! Doch siehe da, ihr Kommentar zum "Essigbier": mhm, gut, so schmeckt das Bier bei uns auch. Jetzt weiß ich´s, das Bier ist schon in Ordnung, hab´s halt nur im falschen Land gebraut..... Zähneknirschend öffne ich alle Flaschen, es will nicht einmal wer einen Bieressig, und sehe mich gezwungen alles wegzuschütten. Naja, zumindest hat das saure Bier jetzt meine Abflüsse mal so richtig gereinigt. Ich beschließe, bevor ich mit meinem zweiten Sud beginne, mir noch ein paar Gerätschaften zuzulegen bzw. selbst zu bauen und die vorhandenen zu verbesser. Doch darüber ist dann weiter unten zu lesen. |
| Juni bis September 2002 In dieser Zeit habe ich meine Gerätschaften verbessert und nochmal 2 Sude gebraut. Zum Maischen und Kochen verwende ich jetzt ausschließlich den Kochtopf mit 35 Liter Inhalt und eine Kochplatte, welche von 2 Tauchsiedern unterstützt wird. Zum Läutern verwende ich die "Eimer in Eimer" - Methode, gekühlt wird mit eingefrohrenen Mineralwasserflaschen, Würzebelüftung mit einer Aquarienpumpe und die Hauptgärung findet jetzt in einem richtigen Gärfass mit Spund statt. Leider kann ich aber maximal 30 Liter fertiges Bier brauen, was mir jetzt einfach zu wenig wird. Mein Wunschziel wäre, 50 - 100 Liter fertiges Bier mit einem Sud brauen zu können. |
| 6.Oktober 2002 Dies ist die erst Ausbaustufe meines neuen Sudkessels. Als Ausgangsmaterial wurde ein 150 Liter Heisswasserboiler genommen. Von dem habe ich den Boden abgeschnitten und den Kessel auf den Kopf gestellt. Anschließend 3 Füße und ein Rohr für den Ablasshahn angeschweißt. Der ursprüngliche Boden wurde mit einem Rohr und einem Handloch versehen, und so zum Deckel umfunktioniert. Momentan befindet sich noch eine Unmenke Kalk im Kessel, daber das werde ich als nächstes in Angriff nehmen. |
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| Jetzt stellt sich mir nur noch die Frage, mit welchen Mitteln ich das Entkalken angehen soll. Bin aber eher auf ein ungiftiges Mittel eingestellt - denke mal, ich kauf mir so 1 - 2 Stk. 5-Liter Kanister Essig beim Hofer |
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Wie man sieht - noch jede Menge Kalk im Kessel.... |
| 18.Oktober 2002 Nach langem Suchen habe ich endlich einen Lieferanten für Hockerkocher gefunden - und zwar so einen, der auch mit den Preisen meinen Vorstellungen entspricht. Habe natürlich sofort 2 solche Hocherkocher bestellt und auch heute bereits erhalten. Einer ist mit Niro - Gestell und ohne Zündsicherung, 9,2 KW Leistung, den möchte ich für den Sudkessel verwenden. Der zweite, ebenfalls mit 9,2 KW Heizleistung, aber mit Zündsicherung und aus Gußeisen ist für die Würzepfanne bestimmt. Der aus Niro benötigt aber noch ein paar Umbauarbeiten, denn er passt nicht unter meine "Sudpfanne" :-) |
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| 26.Oktober 2002 Heute hab ich endlich einmal Zeit, um den Hockerkocher unter meinen Sudkessel einzupassen. Wie man unschwer oben erkennen kann, habe ich den rechten Hockerkocher auseinander genommen. Den Teil mit dem Brenner möchte ich nun unter meinem Boiler befestigen |
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| So, das wäre auch geschafft. Ein erstes "Probeheizen" mit 50 Liter Wasser verlief auch positiv. Heizleistung 1 Grad C pro Minute. Als weitere Arbeiten für meinen Sudkessel lege ich fest: 1. entkalken, 2. Rostschutzanstrich aussen, 3. Isolierung aussen. |
| 9.November 2002 Das Wetter spielt momentan verrückt. Die letzten Wochenenden waren alle total verregnet, und so bin ich nicht dazu gekommen, bei meiner Hausbrauerei weiterzuarbeiten. Heute, endlich einmal ein paar Minuten regenfrei, und so beschließe ich, jetzt mit dem "Gestell" der Brauanlage zu beginnen. Dazu habe ich mir Abfälle von Regalteilen besorgt, welche ich jetzt zusammenschrauben werde. |
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Hier sieht man nun das Ergebnis von 3 Stunden Arbeit. Ich finde, schön langsam nimmt das Ganze Gestalt an..... Mein ursprüngliches Vorhaben, zuerst einen genauen Plan der Anlage zu zeichnen und dann nach Plan zu bauen habe ich schon lange verworfen. Jetzt wird nach dem Motto "planning while working" vorgegangen ! Der linke Teil des Gestells soll den Läuterbottich aufnehmen, und der rechte Teil die Maischepfanne mit den noch übrigen Hockerkocher. Mal sehn wie´s weitergeht. |